Belege fürs Finanzamt

Ab 2017 müssen mit der Einkommensteuererklärung grundsätzlich keine Belege (z.B. Spendenbescheinigungen, Steuerbescheinigungen der Kreditinstitute, etc.) und separate Aufstellungen mehr beim Finanzamt eingereicht werden. Sie sollten Ihre Belege aber trotzdem nicht voreilig vernichten, denn im Bedarfsfall kann das Finanzamt diese weiterhin anfordern.

Für Spendenbescheinigungen gilt zusätzlich eine Aufbewahrungspflicht von einem Jahr nach Bekanntgabe des Steuerbescheids. Betriebliche Unterlagen müssen nach wie vor zehn Jahre aufbewahrt werden und bei nichtbetrieblichen Einkünften über € 500.000,00 greift eine sechsjährige Aufbewahrungspflicht.

Eine Ausnahme gilt für die erstmalige Geltendmachung oder Änderung eines Behindertenpauschbetrags. Hier ist die Vorlage des Schwerbehindertenausweises nach wie vor vorgeschrieben. Diese Verpflichtung soll solange bestehen bleiben, bis eine elektronische Datenübermittlung durch die zuständige Stelle (Versorgungsamt) möglich ist.

Eine gesetzliche Aufbewahrungspflicht besteht für Privatpersonen ansonsten für Handwerkerrechnungen und Rechnungen über Dienstleistungen im Zusammenhang mit Wohnungen und Grundstücken. Die Frist beträgt zwei Jahre und beginnt mit Ablauf des Kalenderjahres, in dem die Rechnung ausgestellt wurde (Rechnungsdatum).

 

Abgabefrist Einkommen­steuer­erklärung 2017

Wenn Sie verpflichtet sind, für 2017 eine Einkommensteuererklärung einzureichen, dann muss die Erklärung grundsätzlich bis spätestens am 31. Mai 2018 beim Finanzamt eingegangen sein. Sofern Sie Ihre Erklärung über ELSTER elektronisch übermitteln, gilt automatisch eine Fristverlängerung bis 31. Juli 2018. Für Steuerpflichtige, die Ihre Einkommensteuererklärung vom Steuerberater fertigen lassen, gilt als Abgabetermin der 31. Dezemeber 2018.

Ob Sie verpflichtet sind, eine Einkommensteuererklärung einzureichen, ist davon abhängig, ob Sie z.B. Lohneinkünfte gleichzeitig von mehreren Arbeitgebern bezogen haben oder ob Sie weitere Einkünfte (Vermietung, Renten, etc.) oder Lohnersatzleistungen (Arbeitslosengeld, Krankengeld, Elterngeld, etc.) von mehr als € 410,00 hatten. Wenn ein Ehegatte nach Lohnsteuerklasse 5 oder beide Ehegatten nach Lohnsteuerklasse 4-Faktor besteuert wurde, dann sind Sie ebenfalls verpflichtet, eine Einkommensteuererklärung einzureichen. Das gleiche gilt, wenn Sie einen Freibetrag auf der Lohnsteuerkarte eingetragen haben.

Wenn keine Verpflichtung zur Abgabe der Einkommensteuererklärung besteht, kann es sich trotzdem lohnen, freiwillig eine Erklärung beim Finanzamt einzureichen, um zuviel abgezogene Lohnsteuer zurück zu bekommen. Für diese Fälle gibt es eine deutliche längere Frist. Diese läuft für 2017 bis zum 31. Dezember 2021.