Kassenbuch

Bei der Führung eines Kassenbuchs haben sich in der Vergangenheit einige Verschärfungen der Vorschriften ergeben.

Wenn Sie eine elektronische Registrierskasse benutzen, dann muss diese alle erfassten Einnahmen, Ausgaben und elektronische Rechnungen zehn Jahre lang speichern. Eine Aufbewahrung der Papierstreifen allein ist nicht mehr ausreichend. Die Kasse darf keine Löschfunktion für die Daten haben. Bedienungs- und Programmieranleitungen müssen als Organisationsunterlagen ebenfalls aufbewahrt werden. Für Tagesendsummenbons (sog. Z-Bons) gilt ebenfalls die Aufbewahrungspflicht. Sie müssen fortlaufend nummeriert sein und es dürfen keine Bons fehlen.

Es besteht keine Verpflichtung für den Einsatz einer elektronischen Registrierkasse. Sie können nach wie vor eine offene Ladenkasse führen. Dann müssen unbedingt tägliche Kassenberichte erstellt werden. Alle Einnahmen und Ausgaben sind spätestens nach Ladenschluss einzeln zu erfassen und der Kassenbestand rechnerisch zu ermitteln. Nur wenn es nicht zumutbar ist, dass alle Einnahmen einzeln aufgezeichnt werden, kann auf die separate Erfassung verzichtet werden. Dies gilt z.B. bei Waren von geringfügigem Wert, die an eine unbestimmte Vielzahl nicht bekannter und auch nicht feststellbarer Personen verkauft werden.

Der Kassenbestand muss regelmäßig nachgezählt werden und es ist ein Protokoll zu fertigen, in dem alle Münzen und Scheine aufgelistet sind.

Die Prüfer vom Finanzamt können unangekündigt zu den normalen Geschäftszeiten in Ihren Geschäftsräumen eine Kassennachschau durchführen. Unter Anderem wird so die ordnungsgemäße Erfassung von Geschäftsvorfällen mittels elektronischer Aufzeichnungssysteme oder offener Ladenkassen kontrolliert.

 

Belege fürs Finanzamt

Ab 2017 müssen mit der Einkommensteuererklärung grundsätzlich keine Belege (z.B. Spendenbescheinigungen, Steuerbescheinigungen der Kreditinstitute, etc.) und separate Aufstellungen mehr beim Finanzamt eingereicht werden. Sie sollten Ihre Belege aber trotzdem nicht voreilig vernichten, denn im Bedarfsfall kann das Finanzamt diese weiterhin anfordern.

Für Spendenbescheinigungen gilt zusätzlich eine Aufbewahrungspflicht von einem Jahr nach Bekanntgabe des Steuerbescheids. Betriebliche Unterlagen müssen nach wie vor zehn Jahre aufbewahrt werden und bei nichtbetrieblichen Einkünften über € 500.000,00 greift eine sechsjährige Aufbewahrungspflicht.

Eine Ausnahme gilt für die erstmalige Geltendmachung oder Änderung eines Behindertenpauschbetrags. Hier ist die Vorlage des Schwerbehindertenausweises nach wie vor vorgeschrieben. Diese Verpflichtung soll solange bestehen bleiben, bis eine elektronische Datenübermittlung durch die zuständige Stelle (Versorgungsamt) möglich ist.

Eine gesetzliche Aufbewahrungspflicht besteht für Privatpersonen ansonsten für Handwerkerrechnungen und Rechnungen über Dienstleistungen im Zusammenhang mit Wohnungen und Grundstücken. Die Frist beträgt zwei Jahre und beginnt mit Ablauf des Kalenderjahres, in dem die Rechnung ausgestellt wurde (Rechnungsdatum).

 

Abgabefrist Einkommen­steuer­erklärung 2017

Wenn Sie verpflichtet sind, für 2017 eine Einkommensteuererklärung einzureichen, dann muss die Erklärung grundsätzlich bis spätestens am 31. Mai 2018 beim Finanzamt eingegangen sein. Sofern Sie Ihre Erklärung über ELSTER elektronisch übermitteln, gilt automatisch eine Fristverlängerung bis 31. Juli 2018. Für Steuerpflichtige, die Ihre Einkommensteuererklärung vom Steuerberater fertigen lassen, gilt als Abgabetermin der 31. Dezemeber 2018.

Ob Sie verpflichtet sind, eine Einkommensteuererklärung einzureichen, ist davon abhängig, ob Sie z.B. Lohneinkünfte gleichzeitig von mehreren Arbeitgebern bezogen haben oder ob Sie weitere Einkünfte (Vermietung, Renten, etc.) oder Lohnersatzleistungen (Arbeitslosengeld, Krankengeld, Elterngeld, etc.) von mehr als € 410,00 hatten. Wenn ein Ehegatte nach Lohnsteuerklasse 5 oder beide Ehegatten nach Lohnsteuerklasse 4-Faktor besteuert wurde, dann sind Sie ebenfalls verpflichtet, eine Einkommensteuererklärung einzureichen. Das gleiche gilt, wenn Sie einen Freibetrag auf der Lohnsteuerkarte eingetragen haben.

Wenn keine Verpflichtung zur Abgabe der Einkommensteuererklärung besteht, kann es sich trotzdem lohnen, freiwillig eine Erklärung beim Finanzamt einzureichen, um zuviel abgezogene Lohnsteuer zurück zu bekommen. Für diese Fälle gibt es eine deutliche längere Frist. Diese läuft für 2017 bis zum 31. Dezember 2021.